Als Selfpublisherin einen Auflagendruck in den Handel bringen - ein Erfahrungsbericht

Mit der Hardcover-Schmuckausgabe von »Steinseelen« habe ich mich zum ersten Mal an einen Auflagendruck herangewagt. Anfangs hatte ich ziemlich Angst, etwas falsch zu machen, doch dann habe ich beschlossen, einfach Schritt für Schritt vorzugehen und mich vor jeder neuen Entscheidung von erfahrenen AutorInnen beraten zu lassen.
Was ich bereits wusste: Mir war absolut klar, welche Profis mein Team verstärken sollten, da ich sie allesamt schon kannte und genau wusste, dass sie fantastische Arbeit leisten. So habe ich mich für Alexander Kopainski als Cover-Designer entschieden, für Ulrike Weinhart als Lektorin, Dani Jackle als Korrektorin und Anja »Mo« Kast als Setzerin. Zudem habe ich Mary Cronos engagiert, um mir drei Strichzeichnungen und ein handgemaltes, fast schon fotorealistisches Page Overlay anzufertigen. Bereits für meine Nordblut-Saga hat mir Markus Weber von der Agentur Guter Punkt eine wundervolle Karte erstellt - und auch »Steinseelen« sollte wieder eine von ihm bekommen.
Es war wirklich beeindruckend, wie viel Arbeit ein solches Buchprojekt selbst dann noch macht, wenn das Manuskript komplett fertig ist.
Zunächst habe ich mich umgehört, welche Druckereien von KollegInnen empfohlen werden, und habe mich am Ende für FINIDR entschieden. Hauptgrund für diese Wahl war, dass FINIDR sich sehr viel intensiver um mich als Debüt-Auflagendruckerin gekümmert hat, als die anderen Druckereien, die ich angefragt habe. Wenn man wie ich zu komplett unbekannten Ufern aufbricht (selbst dann, wenn man seit Jahren im Geschäft ist und eine große Commuity mitbringt), dann hat man auch eine Menge Unsicherheit im Gepäck und diese hat mir die Kundenbetreuerin genommen, indem sie mir wirklich alles nicht nur einmal erklärt, an die 20 Ansichtsexemplare geschickt und mir immer wieder neue Berechnungen für verschiedene Auflagenhöhen erstellt hat. Ich habe schließlich beschlossen, das volle Programm aufzubieten: Runde Ausstanzung im Cover, Goldfolienprägung, integriertes Page Overlay, Farbschnitt, Lesebändchen, bestes Munken-Papier.
Viel schwieriger war die Entscheidung für einen Vertrieb. Hier gibt es nicht allzu viele Angebote und speziell über die Marktführer der Branche hatte ich auch viele kritische Stimmen vernommen. Ich habe dann mit einigen Alternativen geliebäugelt und sehr viel gerechnet. Man muss wissen: Der Buchhandel kassiert bereits 40-50 Prozent des Verkaufspreises ein. Wenn der Vertrieb nun auch noch 35 Prozent verlangt, bleibt nicht mehr allzu viel übrig. Bei meiner zuerst angedachten Kooperation hätte ich das Hardcover für 29 Euro verkaufen müssen und dennoch wären mir am Ende nur noch 3,50 Euro pro Buch geblieben. Am Ende habe ich noch einen der begehrten Plätze in der Edition Grace O'Malley bekommen und konnte dadurch das Hardcover sogar zwei Euro günstiger machen.
Da der Druck einer 4000er-Auflage auch ein hohes finanzielles Risiko darstellt, habe ich mir von der Druckerei erst einmal zehn Probedrucke für einen mittleren dreistelligen Betrag anfertigen lassen. Das macht mich innerlich ruhiger, weil ich dann genau weiß, ob wirklich alles so aussieht, wie ich mir das vorstelle, bevor die endgültige Auflage gedruckt wird. Im Moment warte ich auf die Ankunft dieser Probedrucke.
TO BE CONTINUED ....




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